Aktuelles
Besuch der Jungen Union Schorndorf beim Raumfahrtinstitut Stuttgart

· ·

Besuch der JU Schorndorf beim IRS

Besichtigung der Jungen Union Rems-Murr am Institut für Raumfahrtsysteme

Die Junge Union Rems-Murr hatte am 31.10.2013 mit Gästen anderer JU Verbänden eine Besichtigung am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart. Die Besichtigung wurde von Dipl.-Ing. Roland Gabrielli und Priv.-Doz. Dr.-Ing. Georg Herdrich durchgeführt.
Als erstes hielt Herr Gabrielli für uns seinen Vortrag mit dem Thema „Raumfahrt – Motivation und Methoden eines Abenteuers“. Zu Beginn des Vortrags wurde uns erzählt, was man eigentlich unter Raumfahrt versteht, z.B. Missionen im erdnahen Raum außerhalb des irdischen Gravitationseinflusses aber auch Reisen innerhalb des Sonnensystems. Anschließend wurde auf die Gründe eingegangen warum Raumfahrt betrieben wird. Einer davon ist das kulturelle Bedürfnis, der Mensch möchte über seine Grenzen hinauswachsen, neue Erfahrungen sammeln um neue Inspirationen zu schöpfen. Zu den wissenschaftlichen Bedürfnissen gehört die Frage warum die Dinge sind wie sie sind und wo sie herkommen. Die Raumfahrt ermöglicht es der Menschheit Beobachtungen und Experimente zu machen, die auf der Erdoberfläche nicht möglich wären – so lassen sich die Naturgesetzte überprüfen. Das Menschliche Bedürfnis nach der Absicherung seine Ressourcen bildet das wirtschaftliche Bedürfnis. Aus diesen Bedürfnissen lassen sich drei große Aufgabenfelder für die Raumfahrt ableiten: Beobachtung und Erforschung von Weltraum und Erde (Satelliten, Weltraumteleskope und bemannte Raumfahrtmissionen); Bereitstellung von neuen Diensten und Produkten (Navigation, Telekommunikation, Medien und Ressourcengewinnung); Pflege und Schutz der Biosphäre des Sonnensystems (Schutz von Asteroiden und Kometen). Anschließend bekamen wir Details zum Weltraum zu hören. So ist das Universum mit 50 Mrd. Lichtjahre extrem groß und enthält Schätzungen zu folge an die 100 Mrd. Galaxien – eine davon ist die Milchstraße, in der wir leben. Weiter ging es mit den Zielen in der Raumfahrt. Für den Menschen sind im Moment Missionen im Orbit um die Erde und bis zum Mond, im erdnahen Raum mit seinen Asteroiden und zu den inneren und äußeren Planeten unseres Sonnensystems möglich. Interessante Ziele für die Zukunft sind z.B. der Mars als erdnaher Planet, der Jupitermond Europa aber auch der Titan, ein Mond auf dem Methan und Hexan fließen. Anschließend ging es um Raketen als essentielles Antriebssystem der Raumfahrt und deren Funktion. Unter anderem lernten wir, dass eine Reise zum Mars mit einer chemischen Rakete an die 8 Monate dauern würde, wohingegen unkonventionelle Antriebe die Reisedauer auf unter einen Monat verkürzen könnten. Durch den Einsatz von fortschrittlichen elektrischen Triebwerken und nuklearen Energieversorgungsanlagen oder nuklearthermische Triebwerke könnten Mehrwegraumschiffe die bisherigen Einwegraumfahrzeuge ersetzten. An dieser Stelle gibt es für die Zukunft noch großes Forschungs- und Entwicklungspotential für die Zukunft der bemannten Raumfahrt. Gerade Fissions- und Fusionstriebwerkskonzepte bieten ein erhebliches Potential. So würde das Projekt DAEDALUS Reisegeschwindigkeiten von 12% der Lichtgeschwindigkeiten ermöglichen und könnte dadurch interstellare Raumfahrtmissionen ermöglichen. Damit solche Visionen realisiert werden könnten ist nach Meinung der JU Rems-Murr auch die Politik gefragt, so wäre ein Durchbruch bei der Kernfusion z.B. unerlässlich für die Realisierung von Fusionstriebwerken.
Anschließend gab es durch Herrn Herdrich eine Vorstellung des 2011 eingeweihten Institutes, in welchem 170 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dieses Semester gab es im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik 400 Neueinschreibungen an der Universität Stuttgart. In die Aufgabenfelder des IRS fallen unteranderem das Deutsche SOFIA Institut (DSI). Bei SOFIA handelt es sich um ein astronomisches Teleskop in einer Boeing 747. Außerdem gibt es ein Kleinsatelliten Programm an der Universität Stuttgart. Dabei wird sowohl an kleinen Satelliten als auch an kleinen Raumsonden geforscht und gearbeitet. Darüber hinaus wird am IRS an elektrischen Antrieben geforscht.
Anschließend ging es weiter mit einer Führung durch das Institut. Dort legten wir als erstes einen Stopp in einem Versuchslabor ein, indem uns mit Hilfe von flüssigem Stickstoff die Funktion von Supraleitern erklärt wurde. Ein Versuch bestand darin, einen Hochtemperatursupraleiter über eine Bahn aus Dauermagneten schweben zu lassen. Dafür wurde das Material als erstes auf die Magnetbahn gelegt und mittels flüssigen Stickstoffes gekühlt. Durch das starke Abkühlen wird das in das Material eindringende magnetische Feld „gespeichert“ und machte somit das Material für eine kurze Zeit zu einer Art Dauermagneten. Dadurch wurde es möglich das Material anzustoßen und somit über die Bahn aus Dauermagneten schweben zu lassen.
Unter der Anweisung von Dipl.-Ing. Manuel Schmitz durften zwei unserer Teilnehmer das Andocken einer Sojus-Kapsel an der Internationalen Raumstation im Sojus-Simulator üben. Anschließend zweigte uns Herr Herdrich den Plasmawindkanal und erklärte uns die Technik die dahinter steckt. Das IRS hat 5 Plasmawindkanäle verteilt auf zwei Hallen. Bei einem Plasmawindkanal wird eine Materialprobe in das Plasma gegeben und dabei kann die Atmosphäre von verschiedenen Planeten simuliert werden.
Als letzten Punkt auf der Besichtigungstour durften wir noch eine Algenanlage anschauen, die dazu dienen könnte um in Raumstationen die Luft zu filtern – dabei durften wir auch einmal getrocknete Algen probieren.
Zu guter Letzt gab es noch ein Rumfahrtquiz in dem wir allgemeine Fragen zur Raumfahrt und Fragen zu dem was wir während der Besichtigungstour gesehen und gehört haben. Die ersten drei bekamen interessante Preise – der Sieg ging an das Mitglied der JU Schorndorf Nico Bolsinger.
Alles in allem ein sehr interessanter Besuch der uns sehr spannende Einblicke in die Welt der Raumfahrt ermöglicht hat.

« Herzlich Willkommen auf der neuen Website der JU Schorndorf! Treffen der JU Schorndorf und des JA Landesvorsitzenden Markus Frohnmaier »